TL;DR
- Die EU-Bauprodukteverordnung (CPR) fordert zunehmend Brandverhaltensprüfungen gemäß EN 13501-1 für Fassadenmaterialien an öffentlichen Gebäuden, einschließlich Hotels.
- Bfl-s1 ist die höchste Brandverhaltensklasse, die mit einem brennbaren Material wie WPC (Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff) erreicht werden kann.
- „s1“ bedeutet sehr geringe Rauchentwicklung, was für Evakuierungsszenarien in Hotels mit Hunderten von Gästen von entscheidender Bedeutung ist.
- Co-Extrusion WPC Mit feuerhemmenden Mineralkernen ausgestattete Fassadenverkleidungen erreichen die Brandschutzklasse Bfl-s1, während Standard-WPC-Profile typischerweise bei Cfl oder Dfl landen.
- Bis 2026 haben mehrere EU-Mitgliedstaaten ihre lokalen Bauvorschriften verschärft und schreiben für die Fassadenverkleidung von Gebäuden mit mehr als zwei Stockwerken mindestens die Norm Bfl-s1 vor.
- VOC-Emissionsnachweise allein genügen nicht mehr den Zulassungsanforderungen für mehrgeschossige Hotelfassaden; nun ist ein gültiger Brandprüfbericht gemäß EN 13501-1 erforderlich.
1. Warum Hotelfassaden unter behördlicher Beobachtung stehen
Die Tragödie im Grenfell Tower im Jahr 2017 führte zu einem grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie europäische Regulierungsbehörden Fassadenmaterialien an öffentlichen Gebäuden und Gebäuden des Gastgewerbes bewerten. In den darauffolgenden Jahren… EU-Bauprodukteverordnung (CPR) wurde überarbeitet, und die Bauvorschriften der Mitgliedstaaten haben mit strengeren lokalen Anforderungen nachgezogen.
Hotels werden aus drei Gründen besonders genau unter die Lupe genommen:
- Belegungsdichte: Ein Hotel mittlerer Höhe kann in der Hochsaison mehrere hundert Gäste pro Etage beherbergen. Die Evakuierungszeit wird in Minuten, nicht in Sekunden gemessen.
- Übernachtungskapazität: Viele Bewohner schlafen, wenn die Brandgefahr am höchsten ist, was die anfängliche Reaktion verlangsamt.
- Vertikale Brandausbreitung: Wenn die Fassadenverkleidung der Flammenausbreitung nicht entgegenwirken kann, wirkt sie wie ein Kamin und beschleunigt so die vertikale Ausbreitung über mehrere Stockwerke.
Aus diesen Gründen verweisen die nationalen Behörden in Frankreich (Reglementation Sécurité Incendie), Deutschland (Landesbauordnungen), den Niederlanden (Bouwbesluit 2012 Änderungen) und anderen Ländern nun explizit darauf. EN 13501-1: Brandklassifizierung von Bauprodukten als Maßstab für die Genehmigung von Fassadenmaterialien bei Hotels und ähnlichen Gebäuden.
2. EN 13501-1 verstehen: Was die Klassifizierung tatsächlich bedeutet
EN 13501-1 Das Klassifizierungssystem teilt Bauprodukte in Euroklassen von A1 (nicht brennbar) bis F (keine Leistungsbewertung) ein. Dabei werden drei Kriterien gleichzeitig bewertet:
| Kriterium | Was es misst | Prüfstandard |
|---|---|---|
| Entzündbarkeit | Ob sich das Produkt bei Kontakt mit einer kleinen Flamme entzündet | EN ISO 11925-2 |
| Wärmefreisetzung | Maximale Wärmefreisetzungsrate (FIGRA) und gesamte freigesetzte Wärme | EN ISO 9239-1 (für Fußböden) |
| Rauchproduktion | Rate und Gesamtvolumen des erzeugten Rauchs | EN ISO 9239-1 (für Fußböden) |
Für Bodenbeläge und Fassaden wird in der Klassifizierung der Zusatz „fl“ (Flooring) für das an Oberflächenprodukte angepasste Einzelbrennprüfverfahren (SBI) verwendet. Die wichtigsten Klassen für WPC-Fassadenverkleidungen sind:
- Afl: Nicht brennbar (Beton, Stein). Mit WPC nicht erreichbar.
- Bfl-s1: Sehr geringe Brandentwicklung bei sehr geringer Rauchproduktion. Die höchste Klasse, die ein brennbarer Stoff erreichen kann.
- Cfl-s1 / Cfl-s2: Geringer Beitrag bei niedrigem oder mittlerem Rauch.
- Dfl / Efl: Akzeptable oder grenzwertige Leistung; wird für mehrgeschossige Hotelfassaden zunehmend abgelehnt.
Die Rauchklasse „s1“ ist für Hotels von entscheidender Bedeutung. Rauchvergiftung ist die häufigste Todesursache bei Gebäudebränden. Eine s1-Klassifizierung bestätigt, dass die Rauchentwicklung in der frühen Brandphase unter 30 m²/s bleibt und somit Gästen und Einsatzkräften ein größeres Sicherheitsfenster bietet.
3. Bfl-s1 vs. Cfl vs. Dfl: Was die Ratings für ein Hotelprojekt bedeuten
Die Wahl der falschen Brandschutzklasse für WPC-Fassadenverkleidungen von Hotels hat drei Konsequenzen, die sich in der Praxis schnell verstärken:
Genehmigungsverzögerungen
Die Baugenehmigungsbehörden der meisten EU-Mitgliedstaaten lehnen Anträge ab oder halten sie zurück, wenn kein gültiger Prüfbericht nach EN 13501-1 für die angegebene Brandschutzklasse vorliegt. Die Einreichung eines VOC-Zertifikats führt stattdessen zu einer Informationsanfrage, die den Genehmigungsprozess um 4 bis 8 Wochen verlängern kann.
Versicherungsfolgen
Gewerbliche Immobilienversicherer fordern zunehmend eine Bfl-s1-Zertifizierung oder besser für Fassadenmaterialien an Hotel- und Gastronomiegebäuden. Versicherungsnehmer, die Fassadenverkleidungen der Klasse Dfl verwenden, riskieren den Ausschluss von Brandschadenersatzansprüchen oder deutlich höhere Prämien.
Reputationsrisiko
Hotelketten, die unter internationalen Flaggen (Accor, Marriott, Hilton) firmieren, verfügen über interne Sicherheitsstandards, die oft über die lokalen Bauvorschriften hinausgehen. Ein Bauträger, der minderwertige Fassadenverkleidungen vorschreibt, riskiert den Verlust der Markenlizenz.
Aus allen drei Gründen wird Bfl-s1 mittlerweile in den meisten europäischen Märkten als funktionales Minimum für WPC-Fassadenverkleidungen in Hotels angesehen, selbst dort, wo die lokalen Bauvorschriften technisch gesehen Cfl-s1 zulassen.
4. Wie die Co-Extrusions-WPC-Technologie Bfl-s1 erreicht
Standardmäßige Holz-Kunststoff-Verbundprofile ohne Brandschutzzusätze erreichen typischerweise die Brandschutzklassen Cfl oder Dfl. Die Grundmischung – Polyethylen oder Polypropylen kombiniert mit Holzmehl – ist von Natur aus brennbar. Um die Brandschutzklasse Bfl-s1 zu erreichen, sind gezielte Modifikationen sowohl des Materials als auch des Herstellungsverfahrens erforderlich.
Modern WPC-Fassadenverkleidung im Co-Extrusionsverfahren verwendet einen zweischichtigen Ansatz:
- Kernschicht: Das WPC-Substrat wird mit mineralischen Flammschutzmitteln (Aluminiumtrihydrat, Magnesiumhydroxid) versetzt, die beim Erhitzen Wasserdampf freisetzen, Energie absorbieren und die Flammenausbreitung unterdrücken.
- Koextrudierte Hülle: Gleichzeitig wird eine schützende Polymerkappe über den Kern extrudiert. Diese Kappe kann intumeszierende Additive enthalten, die sich bei Hitzeeinwirkung ausdehnen und eine Kohleschicht bilden, die den Kern vor Entzündung schützt.
Das Co-Extrusionsverfahren gewährleistet eine präzise Verteilung der Flammschutzmittel im gesamten Profilquerschnitt und verhindert, dass diese als Oberflächenbeschichtung aufgebracht werden, die sich abnutzen kann. Dies ist ein entscheidender Vorteil für Außenfassaden, bei denen das Material seine Brandschutzeigenschaften über 15 bis 25 Jahre Witterungseinflüsse hinweg beibehalten muss.
Im Gegensatz dazu klassische WPC-Fassade Profile ohne Co-Extrusion erreichen zwar auch bei niedrigen Gebäuden oder Nicht-Hotel-Anwendungen akzeptable Brandschutzklassen, liegen aber typischerweise eher bei Cfl-s2 als bei Bfl-s1.
5. Die VOC-Falle: Warum Emissionsberichte keine Brandschutzberichte sind
Viele Projektmanager, insbesondere solche, die vom Innenausbau in den Bereich Beschaffung wechseln, verwechseln die Dokumentation zu VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen) mit der Einhaltung von Brandschutzbestimmungen. Diese Verwechslung ist verständlich, aber gefährlich.
Ein VOC-Emissionsblatt bezieht sich typischerweise auf Normenreihe ISO 16000 oder EN 16516 und bescheinigt, dass ein Produkt keine schädlichen Mengen an Formaldehyd, Benzol oder anderen flüchtigen Verbindungen in die Raumluft abgibt. Dies ist wichtig für Gästezimmer, sagt aber nichts aus über:
- Ob sich das Produkt bei Kontakt mit einer Flamme entzündet
- Wie viel Wärme das Produkt beim Verbrennen freisetzt
- Wie viel Rauch das Produkt bei der Verbrennung erzeugt
- Ob das Produkt zur Brandausbreitung über eine Fassade beiträgt
Ein VOC-Emissionszertifikat und ein Brandschutzgutachten nach EN 13501-1 sind zwei völlig unterschiedliche Dokumente, die zwei völlig unterschiedliche Leistungsparameter bewerten. Die Einreichung des einen anstelle des anderen führt in allen EU-Mitgliedstaaten, die sich auf die Bauprodukteverordnung (CPR) beziehen, zur Ablehnung der Genehmigung.
Bis 2026 haben die Baubehörden in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Skandinavien die Erstellung von Klassifizierungsberichten nach EN 13501-1 für Fassadenverkleidungen an allen öffentlichen Gebäuden mit mehr als zwei Geschossen verpflichtend gemacht. VOC-Berichte können weiterhin zusammen mit Brandschutzgutachten für Innenanwendungen erforderlich sein, ersetzen jedoch nicht die Brandschutzklassifizierung im Fassadenbereich.
6. Spezifikations-Checkliste für WPC-Fassadenverkleidungen für Hotels
Eine umfassende Spezifikation für WPC-Fassadenverkleidungen von Hotels sollte folgende brandschutztechnische Anforderungen beinhalten:
| Parameter | Erfordernis | Standard |
|---|---|---|
| Reaktion auf Feuer | Bfl-s1 Minimum | EN 13501-1 |
| Gültigkeit des Testberichts | Ausgestellt innerhalb von 5 Jahren von einer akkreditierten Benannten Stelle | EU-KOPIE, Verordnung (EU) Nr. 305/2011 |
| Witterungsbeständigkeit | Die Brandleistung bleibt auch nach beschleunigter Alterung erhalten | EN 15534-1, Anhang ZA |
| Rauchtoxizität | Unterhalb der Schwelle gemäß nationalem Anhang | EN ISO 5659-2 |
| CE-Kennzeichnung | Brandverhaltensklasse angegeben auf dem DoP- und CE-Kennzeichen | EU-Verordnung, Anhang III |
| Produktstandard | Leistung von WPC-Fassadenverkleidungen gemäß harmonisierter Norm | EN 15534-1 |
Käufer sollten zudem prüfen, ob der Prüfbericht die bestellte Produktkonfiguration – Profilgeometrie, Wandstärke, Farbe und Zusammensetzung der Coextrusionsschicht – berücksichtigt. Ein Brandprüfbericht für ein 20 mm dickes Profil lässt sich nicht auf eine 14 mm dicke Variante übertragen, selbst wenn die Basiszusammensetzung identisch ist.
Der harmonisierte Produktstandard EN 15534-1 Die Norm EN 15534 bildet den Rahmen für die Angabe der Leistungsmerkmale von WPC-Fassadenverkleidungen, einschließlich ihres Brandverhaltens, gemäß der Bauprodukteverordnung (CPR). Die Einhaltung der EN 15534 ist Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung, die wiederum den freien Warenverkehr des Produkts im EU-Binnenmarkt ermöglicht.
7. Installationspraktiken zur Erhaltung der Brandschutzleistung
Selbst ein nach Bfl-s1 klassifiziertes WPC-Fassadenprodukt kann seine Vorteile im Brandschutz einbüßen, wenn es unsachgemäß montiert wird. Häufige Montagefehler, die die Brandsicherheit beeinträchtigen, sind:
- Nicht bewertete Unterkonstruktion:Installation von Bfl-s1 WPC-PanelDie Verwendung von Stahlträgern auf einer Unterkonstruktion aus Holzlatten führt dazu, dass brennbares Material hinter die Fassadenverkleidung gelangt. Für Hotelfassaden sollten daher nicht brennbare Unterkonstruktionssysteme aus Aluminium oder Stahl verwendet werden.
- Fehlende Hohlraumbarrieren: Hinterlüftete Regenschutzfassaden weisen einen Luftspalt zwischen der Verkleidung und der Wand auf. Ohne Brandschutzbarrieren in jedem Geschoss kann sich ein Feuer seitlich und vertikal durch den Luftspalt ausbreiten. Die Norm EN 1991-1-2 und die nationalen Anhänge legen die Platzierung der Brandschutzbarrieren fest.
- Unsachgemäße Gelenkbehandlung: Offene Fugen oder Spalten, die die Herstellervorgaben überschreiten, können den WPC-Kern direkter Flammeneinwirkung aussetzen, wodurch die schützende Coextrusionsschicht umgangen wird. Halten Sie die vom Hersteller vorgegebenen Fugenbreiten ein und verwenden Sie gegebenenfalls feuerbeständiges Dichtmittel.
- Durchdringungen ohne Brandschutz: Rohr- und Kabeldurchführungen durch die Fassadenverkleidung müssen mit feuerbeständigen Manschetten oder Ummantelungen abgedichtet werden, um die Brandabschnittsgrenze aufrechtzuerhalten.
Die Materialklassifizierung Bfl-s1 bezieht sich ausschließlich auf das Produkt. Das Brandverhalten des Systems – die Kombination aus Fassadenverkleidung, Unterkonstruktion, Hohlraumbarrieren und Brandschutzabdichtung am Gebäuderand – wird gemäß den nationalen Bauvorschriften separat bewertet und muss von einem qualifizierten Brandschutzingenieur geplant werden.
8. EU-Verbrauchsverordnung-Dokumentation: Was Ihr Lieferant bereitstellen muss
Unter dem EU-Bauprodukteverordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011)Ein Hersteller, der WPC-Fassadenverkleidungen auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, muss Folgendes gewährleisten:
- Leistungserklärung (DoP): Ein formelles Dokument, das die Leistung des Produkts hinsichtlich jeder in der harmonisierten Norm aufgeführten wesentlichen Eigenschaft bescheinigt. Für Fassadenverkleidungen ist das Brandverhalten (EN 13501-1 Klasse) eine obligatorische Angabe.
- CE-Kennzeichnung: Auf dem Produkt und/oder der Verpackung angebracht, um anzuzeigen, dass die Konformitätserklärung (DoP) verfügbar ist und das Produkt der geltenden harmonisierten Norm entspricht.
- Testbericht: Ausgestellt von einer akkreditierten Benannten Stelle (einem gemäß der Bauprodukteverordnung anerkannten Labor). Der Bericht muss die jeweilige Prüfnorm (EN ISO 9239-1 und EN ISO 11925-2) und die daraus resultierende Euroclass-Zuordnung enthalten.
Die Beschaffungsteams sollten diese Dokumente vor der Bestellung anfordern, nicht erst nach Eintreffen der Lieferung. Die nachträgliche Beschaffung von Brandschutzdokumenten, nachdem ein Produkt bereits in einem Gebäude installiert wurde, ist deutlich schwieriger und teurer.
9. Kosten-Nutzen-Analyse: Bfl-s1 vs. niedrigere Brandschutzklassen
Bfl-s1-zertifizierte, coextrudierte WPC-Fassadenverkleidungen sind teurer als Standard-WPC-Profile der Klassen Cfl oder Dfl. Dieser Aufpreis spiegelt die zusätzlichen mineralischen Füllstoffe, die intumeszierenden Additive und die Prüfgebühren der benannten Stelle wider, die für die Erreichung der höheren Brandschutzklasse erforderlich sind.
Die Kostenbewertung anhand des Materialpreises allein ist bei Hotelprojekten jedoch irreführend:
- Beschleunigung zulassen: Ein gültiger Bfl-s1-Bericht beseitigt die häufigste Ursache für Verzögerungen bei der Genehmigung von Hotelfassaden und reduziert somit die Haltekosten auf dem Baugrundstück.
- Versicherungseinsparungen: Gewerbliche Immobilienversicherer bieten möglicherweise niedrigere Prämien für Gebäude mit Fassaden der Klasse Bfl-s1 an, wodurch die materielle Prämie über die Versicherungsperiode teilweise oder vollständig ausgeglichen wird.
- Markenkonformität: Internationale Hotelmarken fordern Fassadenmaterialien, die ihre internen Brandschutzstandards erfüllen oder übertreffen. Die frühzeitige Festlegung von Bfl-s1 schützt den Bauherrn vor kostspieligen Nachbesserungen, falls die Markenvorgabe bei der Entwurfsprüfung Anwendung findet.
- Haftungsreduzierung: Im Brandfall bietet die dokumentierte Einhaltung der höchstmöglichen Brandschutzklasse für die jeweilige Materialkategorie einen starken Rechtsschutz für den Bauherrn, den Architekten und den Bauunternehmer.
Für Hotelentwickler stellt sich nicht die Frage, ob Bfl-s1 teurer ist als Cfl. Die Frage ist vielmehr, ob die Gesamtkosten von Cfl – einschließlich potenzieller Verzögerungen bei Genehmigungen, Versicherungsproblemen, Risiken im Zusammenhang mit Markenrechten und Haftungsrisiken – niedriger sind als der erhebliche Aufpreis für Bfl-s1. In den meisten Fällen ist dies nicht der Fall.
WPC-Fassadenverkleidung vs. traditionelle Materialien: Vergleich des Brandverhaltens bei Hotelprojekten
Bei der Auswahl von Fassadenmaterialien für Hotels ist der Vergleich des Brandverhaltens von Holzwerkstoffen (WPC) mit traditionellen Alternativen wie Aluminium-Verbundplatten, Hochdrucklaminaten und Massivholz für Architekten meist ausschlaggebend für die Spezifikation. Aluminium-Verbundplatten mit Polyethylenkern (ACM-PE) fanden Anfang der 2000er-Jahre weite Verbreitung im Hotelbau. Nach dem Grenfell-Brand wurde ihre Verwendung jedoch in ganz Europa aufgrund von Bauvorschriften eingeschränkt, insbesondere für Gebäude über 18 Metern Höhe. WPC-Fassadenverkleidungen mit der Brandschutzklasse EN 13501 Bfl-s1 erfüllen die Anforderungen der europäischen Bauprodukteverordnung für Gebäude jeder Höhe und weisen nicht die Brennbarkeitsprobleme auf, die bei ACM-PE-Platten häufig auftreten.
Natürliche Holzfassaden verleihen Hotelarchitekten eine ästhetische Wärme. Unbehandeltes Holz erreicht jedoch in der Regel nur die Brandschutzklasse D oder C gemäß EN 13501, was für Hotelfassaden in den meisten europäischen Ländern nicht ausreicht. Eine Brandschutzbehandlung kann die Brandschutzklasse B erreichen, verursacht aber zusätzliche Kosten, erfordert regelmäßige Nachbehandlungen und führt zu einer chemischen Belastung, die den zunehmend strengen VOC-Emissionsvorschriften für Hotelinnenräume widerspricht. WPC-Coextrusionsfassaden erreichen die Brandschutzklasse Bfl-s1 durch ihre Materialzusammensetzung und nicht durch chemische Behandlungen. Das bedeutet, dass die Brandschutzeigenschaften dem Produkt inhärent sind und sich während der gesamten Nutzungsdauer des Gebäudes nicht verschlechtern. Für Hotelentwickler, die sowohl die gesetzlichen Bestimmungen einhalten als auch niedrige VOC-Emissionen gewährleisten müssen, ist WPC-Coextrusionsfassade die optimale Lösung, da sie beide Anforderungen gleichzeitig erfüllt – ohne den Aufwand regelmäßiger Brandschutzbehandlungen.
Spezifizierung von WPC-Fassadenverkleidungen für Hotelrenovierungsprojekte: Praktische Überlegungen
Hotelrenovierungen, bei denen die bestehende Fassadenverkleidung durch WPC-Platten ersetzt wird, stellen andere Anforderungen an die Spezifikation als Neubauprojekte. Der Zustand des Untergrunds, die Tragfähigkeit der Wände und die Gestaltung der Entwässerungsebene beeinflussen die Wahl des Verkleidungssystems. Bei Hotels, die vor dem Jahr 2000 erbaut wurden, kann die bestehende Fassade eine zweischalige Wandkonstruktion mit begrenzter Tiefe für die Unterkonstruktion der Verkleidung aufweisen, was die Befestigungsmöglichkeiten einschränkt. Die WPC-Coextrusionsprofile von Yida Wood sind in verschiedenen Tiefen und Breiten erhältlich, um unterschiedliche Unterkonstruktionskonfigurationen zu ermöglichen. Das geringe Gewicht von WPC (ca. 1,4 g/cm³ Dichte im Vergleich zu 2,7 g/cm³ bei Aluminium) reduziert die statische Belastung der bestehenden Wand während der Renovierung.
Für Hotels, die während Renovierungsarbeiten geöffnet sind, beeinträchtigen Lärm, Staub und die damit verbundenen Beeinträchtigungen das Gästeerlebnis und den Umsatz unmittelbar. Die Installation von WPC-Fassadenverkleidungen erzeugt deutlich weniger Lärm und Staub als Stein- oder Fliesenverkleidungen, da das Material mit handelsüblichen Holzbearbeitungswerkzeugen zugeschnitten und befestigt werden kann. Das Nut-und-Feder-Profilsystem der Co-Extrusions-Fassadenverkleidungen von Yida Wood ermöglicht eine schnelle Montage durch ein kleines Team und verkürzt die Bauzeit vor Ort im Vergleich zu herkömmlichen Mauerwerksfassaden um schätzungsweise 30 bis 40 Prozent. Für Hotelbetreiber, die nicht über längere Renovierungszeiten schließen können, bedeutet dieser Zeitvorteil direkt geringere Umsatzeinbußen während der Fassadenmodernisierung. Die Brandschutzklasse EN 13501 Bfl-s1 gilt für das installierte Fassadensystem. Daher müssen auch die Montagemethode und das Unterkonstruktionsmaterial den Brandschutzanforderungen entsprechen – ein Detail, das die Einkaufsabteilung vor der endgültigen Festlegung der Spezifikation mit dem Fassadenlieferanten abklären sollte.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Bfl-s1 in einfachen Worten?
Bfl-s1 ist die höchste Brandverhaltensklasse, die ein brennbarer Baustoff wie WPC gemäß EN 13501-1 erreichen kann. „Bfl“ bedeutet sehr geringe Brandbeteiligung, und „s1“ steht für sehr geringe Rauchentwicklung in der Anfangsphase eines Brandes. Für Hotelfassaden stellt diese Klasse den höchsten Standard für brennbare Fassadenverkleidungen dar.
Kann mit Standard-WPC-Fassadenverkleidungen Bfl-s1 ohne Koextrusion erreicht werden?
In der Praxis ist dies äußerst schwierig. Standard-WPC-Profile ohne coextrudierte Schutzdeckschicht und feuerhemmende Mineralfüllstoffe im Kern erreichen typischerweise maximal die Schutzklasse Cfl-s1 oder Cfl-s2. Das Coextrusionsverfahren ermöglicht die präzise Platzierung von feuerhemmenden Additiven und die Bildung einer schützenden, verkohlenden Schicht, wodurch die Leistung in den Bfl-Bereich gesteigert wird.
Ist EN 13501 Bfl-s1 für alle Hotelfassaden in Europa gesetzlich vorgeschrieben?
Die Anforderungen variieren je nach Mitgliedstaat, Gebäudehöhe und Nutzungsart. Bis 2026 fordern die meisten EU-Länder mit aktualisierten Bauvorschriften jedoch mindestens die Schutzart Bfl-s1 für Fassadenverkleidungen an öffentlichen Gebäuden mit mehr als zwei Geschossen, einschließlich Hotels. Bitte prüfen Sie stets die spezifischen Anforderungen des nationalen Anhangs und der zuständigen lokalen Baubehörde für Ihren Projektstandort.
Wie lange ist ein Brandprüfbericht nach EN 13501-1 gültig?
Die EN-Norm selbst sieht kein festes Ablaufdatum vor, doch die meisten Bauaufsichtsbehörden und Benannten Stellen halten Berichte, die älter als fünf Jahre sind, für erneuerungs- oder revalidierungsbedürftig, insbesondere wenn sich die Produktzusammensetzung oder der Herstellungsprozess geändert haben. Für eine maximale Akzeptanz sollten Beschaffungsteams Berichte anfordern, die nicht älter als drei Jahre sind.
Verschlechtert sich die Feuerbeständigkeit von WPC-Fassadenverkleidungen im Laufe der Zeit, wenn sie an einer Fassade angebracht werden?
Hochwertige WPC-Fassadenverkleidungen im Co-Extrusionsverfahren sind so konstruiert, dass sie ihre Brandschutzeigenschaften auch nach beschleunigter Bewitterung beibehalten. Die Norm EN 15534-1 und die zugehörigen Bewertungsdokumente fordern, dass die deklarierten Brandschutzeigenschaften nach einem definierten Alterungsprozess weiterhin gültig sind. Käufer sollten von ihrem Lieferanten einen Nachweis über die Brandschutzeigenschaften nach der Bewitterung anfordern.
Welche Unterlagen sollte ich von einem Lieferanten für WPC-Fassadenverkleidungen für ein Hotelprojekt anfordern?
Fordern Sie vier Dokumente an: (1) die Leistungserklärung (Declaration of Performance, DoP) gemäß EN 13501-1 mit der angegebenen Euroklasse, (2) den vollständigen Prüfbericht einer akkreditierten Benannten Stelle, (3) die CE-Kennzeichnung und (4) den Nachweis, dass sich der Bericht auf die von Ihnen bestellte Produktkonfiguration bezieht. Kann der Lieferant nicht alle vier Dokumente vorlegen, ziehen Sie alternative Lieferanten in Betracht.











